

Sprachkenntnisse wichtig bei der Zeitarbeit
Dass Sprachkenntnisse und eine gute Ausbildung fürs Berufsleben sehr wichtig sind, dürfte allgemein bekannt sein. Wer viele Qualifikationen aufweisen kann, hat Vorteile auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem in einem Unternehmen, das auf Zeitarbeit setzt, sind Sprachkenntnisse wichtig. Schließlich kann man auch einmal im Ausland eingesetzt werden.
Bei der Zeitarbeit (oder auch Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit, Personalleasing) überlässt der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer an einen Dritten. Der Zeitarbeitnehmer leistet dabei Arbeit für den Entleiher, zum Beispiel ein anderes Unternehmen.
Vor allem bei Nachfragespitzen in einem Unternehmen oder wenn Fachkräfte für ein Projekt gebraucht werden, greift man auf Zeitarbeiter zurück. Über eine befristete Zeit kann er sich Arbeitskräfte „anmieten“, die er im Krankheitsfall nicht einmal bezahlen muss, da der Verleiher dafür bezahlt bzw. für Ersatz sorgen muss. Der Entleiher hat weiterhin keine Kosten für ein Bewerbungsverfahren, wenn er über ein Zeitarbeitsunternehmen einstellt.
Der Arbeitnehmer kann dafür durch die Zeitarbeit seine Arbeitslosigkeit beenden und Berufserfahrung gewinnen. Leider wird die Zeitarbeit meist recht gering entlohnt, deswegen ist sie für viele nur ein Weg, um sich von der Berufswelt nicht völlig abhängen zu lassen.
Bei der höher qualifizierten Zeitarbeit, bei der Fachkräfte und Spezialisten verliehen werden, können die Arbeitnehmer ganz einfach verschiedene Unternehmen kennen lernen ohne zwischendurch kündigen zu müssen. Das bringt Abwechslung und natürlich Berufserfahrung mit sich.
Das Zeitarbeitsunternehmen schließlich profitiert natürlich von seinen menschlichen Ressourcen. Je besser die Arbeitnehmer ausgebildet sind, desto mehr kann der Entleiher vom Verleiher verlangen. Von diesem Stundensatz kommt meist aber nicht viel beim Arbeitnehmer an.
Das Ganze basiert auf dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetzt (AÜG). So ist das gewerbsmäßige Überlassen von Arbeitskräften nach §1 Abs. 1 Satz 1 AÜG erlaubnispflichtig und diese Erlaubnis muss von der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden.
Als Problem bei der Zeitarbeit sehen Gewerkschaften vor allem, dass mehr reguläre Arbeitsplätze verloren gehen, als von der Zeitarbeit neue geschaffen werden. Diese These ist jedoch umstritten, so vermuten Ökonomen, dass durch das geringere Risiko bei einem Zeitarbeitsverhältnis, schneller eingestellt wird. Wo man sonst also Überstunden ansetzten würde, wird ein Zeitarbeiter eingestellt.
Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch das soziale Problem der Zeitarbeit. Durch die ständig wechselnden Einsatzorte des Zeitarbeiters kann dieser sich nie richtig in ein Unternehmen eingliedern.
Fest steht jedoch, dass man als höher qualifizierter Arbeitnehmer bessere Chancen auf dem Zeitarbeitsmarkt hat. Und wer weiß, vielleicht gefällt es einem in einem Unternehmen so gut, dass man sich dort gleich fest anstellen lässt…?
